Gesundheit

Da Abby von der HSF4-Mutation betroffenen ist, fühlen wir uns dazu verpflichtet, unsere Interessenten über bekannte Erbkrankheiten aufzuklären. Viel zu oft wird die Unwissenheit der Käufer ausgenutzt, dabei sollte man beim Kauf eines Rassehundes eigentlich auf das kompetente Wissen der Züchter vertrauen können.

Nachfolgend werden die einzelnen Erbkrankheiten beschrieben und wir zeigen Ihnen auf, welche Testergebnisse der Elterntiere vorliegen müssen, damit Ihr Welpe keinen Gendefekt hat. Denn so ein Gendefekt kann nicht nur Ihnen viel Ärger machen und Geld kosten, sondern auch sehr unangenehm für Ihren Hund werden.

Auf genetischer Ebene unterscheidet man 3 Typen, die ein Hund aufweisen kann. Dies liegt daran, dass ein einzelnes Gen (=Abschnitt auf der DNA) aus zwei „Teilen“ (=Allelen) besteht. Entweder der Hund ist

CEA (Collie Eye Anomaly)

Bei dieser Krankheit kommt es zu Veränderungen der Netzhaut im Auge. Dies kann eine leichte Fehlstellung der Netzhaut sein, die der Hund gar nicht bemerkt. Wenn es sich jedoch um einen größeren Schweregrad handelt, kann es zur vollständigen Netzhautablösung und Blutungen im Auge kommen, die bis hin zur Erblindung führen. Durch den autosomal-rezessiven Erbgang hat ein Träger dieser Erbkrankheit (N/CEA bzw. CEA +/-) keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

PRA (Progressive Retinaatrophie)

Hierbei stirbt die Netzhaut des Auges langsam ab. Erstmals wird der Hund nachtblind und mit fortschreitender Krankheit erblindet er vollständig. Auch bei der PRA handelt es sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang. Folglich hat ein Träger (N/PRA bzw. PRA +/-) keine Einschränkungen.

Katarakt/HSF4/HC/Grauer Star

Die Katarakt bezeichnet die Trübung der Augenlinse, die zur Erblindung des Hundes führen kann. Die erbliche Form des Katarakts entsteht durch eine Mutation im HSF4 Gen. Ein Träger dieses Gendefektes (N/HC) hat ein 17-fach erhöhtes Risiko an Katarakt zu erkranken. Es sollten also gar keine Träger des HSF4 Gens gezüchtet werden, da im Gegensatz zu den Trägern von CEA oder PRA die Träger des HSF4 Gens mit hoher Wahrscheinlichkeit erkranken werden! Dieser Erbgang ist beim Australian Shepherd autosomal-dominat. Ein Träger des gefährlichen Gens (HSF4 +/- bzw. N/HC) wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% seinen Welpen dieses Gen weitervererben. Somit müssen auf jeden Fall beide Elternteile HSF4 N/N als Testergebnis vorweisen.

DM (Degenerative Myelopathie)

Dies ist eine schwere neurodegenerative Erkrankung. Sie beginnt mit unkoordinierten Bewegungen der Hinterhand und gestörten Reflexen. Bei Fortschreitung der Krankheit sind auch die vorderen Gliedmaßen betroffen und es kommt zu Lähmungen. Die Erkrankung äußert sich durch eine Degeneration des Myelins im Brust- und Lendenteil des Rückenmarks. Verantwortlich ist eine Mutation im SOD-1 Gen. Es handelt sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang. Somit hat ein Hund, der Träger (N/DM) ist, keine Einschränkungen.

MDR1

Darunter versteht man einen Defekt, der zu einer Überempfindlichkeit von bestimmten Medikamenten beim Hund führt. Manche Arzneistoffe können somit zu schweren Vergiftungen mit Todesfolge führen. Es gibt zwar alternative Arzneistoffe für betroffene Hunde, trotzdem sollte bei der Verpaarung schon ausgeschlossen werden, dass Welpen homozygot vom MDR1 Defekt betroffen sein können (MDR1 -/-). Durch den autosomal-rezessiven Erbgang hat ein Hund mit dem Genotyp MDR1 +/- keine Einschränkungen.

Zusätzlich sollten die Zuchthunde zu regelmäßigen Augenuntersuchungen gebracht werden. Hierbei wird nach Auffälligkeiten im Auge gesehen. Wenn Sie bei den Unterlagen der Augenuntersuchungen ein "CEA, PRA oder Katarakt frei" finden, kann dies bedeuten, dass der Hund nur augenuntersucht wurde. Diese Angabe bedeutet nicht, dass der Hund auch genetisch auf diese Krankheit untersucht wurde. Die genetische Angabe würde beispielsweise wie folgt aussehen: CEA N/N oder CEA +/+. Die Angabe "frei durch Augencheck" ohne genetische Angabe reicht nicht.

Des Weiteren müssen die Hüften auf Hüftgelenkdysplasie (HD) und die Ellbogen auf Ellbogendysplasie (ED) der Eltern geröntgt worden sein. Hinzu kommt ein Beleg über die untersuchte Patella Luxation (Kniescheibenverrenkung) und der Nachweis über ein vollständiges, korrektes Scherengebiss.

All diese Untersuchungen sind wichtig für die Gesundheit IHRES Welpen. Deshalb nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich die Unterlagen vom Züchter zeigen zu lassen.

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